Kategorie: Projekte

Kammermusikkurs auf Schloss Seehaus 6.-10.9.2020

FlyerSeehaus28.01.

Trioprojekt „Composing Beethoven“

„Composing Beethoven“ ist der Titel des Programms, durch das sich als roter Faden die kreative Auseinandersetzung von Künstlern mit fremden Werken zieht. Bearbeitungen, Umarbeitungen vorhandener Werke wurden von Komponisten aller Epochen gemacht – manchmal handelt es sich um einfache Arrangements aus verkaufspraktischen Gründen, oftmals aber sind sie Zeugnis einer kreativen Reflexion, einer interpretierenden Auseinandersetzung fremder oder eigener Werke. Mit seinem berühmten Gassenhauertrio op. 11 zieht der junge Beethoven alle Register seines Könnens, um an einer geradezu primitiven, auf jeden Fall eingängigen Opernmelodie zu demonstrieren, welche Vielfalt einer solchen Vorlage abzugewinnen ist und läßt es dabei nicht an Humor fehlen. Später überarbeitete er sein berühmtes, meisterliches Septett op. 20 zu einem neuen Werk in Triobesetzung, seinem Trio op.38. Der renommierte Komponist und Hochschulprofessor Johannes Schöllhorn setzt sich mit seinen „Transkompositionen“ auf eine ähnlich kreative, sehr aktuelle Weise mit großen Vorgängern auseinander. Für dieses Programm hat er die späten Klavier- Bagatellen op.119 zu einer eigenwilligen Trioversion transformiert, die neue Lichter auf die bekannten Kompostionen wirft.

Mit Kilian Herold, Peter-Philipp und Hansjacob Staemmler hat sich eigens zu diesem Projekt ein Trio international anerkannter und mit renommierten Preisen ausgezeichneter Kammermusiker zusammengefunden.

Weiterlesen

Soloprogramm „Veränderungen“

Veränderungen

Bachs Goldbergvariationen im Makrokosmos von George Crumb

Bachs Goldbergvariationen im Makrokosmos von George Crumb

Häufig fällt das Wort Reise, wenn Menschen ihr Hörerlebnis mit Bachs Goldbergvariationen beschreiben. Dass das Werk ebenso als eine Reise in kosmische Weiten wie als ein meditativer Weg ins Innere wahrgenommen wird, ist kein Zufall. Für Bach – der seine Kunst als Wissenschaft bezeichnet hat – war die kosmische Dimension der Musik ebenso bedeutsam wie ihre Eigenschaft, menschliches Erleben in allen Nuancen zum Ausdruck bringen zu können. Den Zyklus der „Aria mit 30 Veränderungen“ – bekannt als „Goldbergvariationen“ – hat er als die wahrscheinlich monumentalste Passacaglia der Musikgeschichte konzipiert. Ein gleich bleibender Baßverlauf ist der Weg, auf dem der Hörer sich durch das Werk bewegt, in jeder Variation findet er sich in einer neuen Situation wieder. Nicht zufällig lautet die wörtliche Übersetzung des musikalischen Gattungsbegriffs Passacaglia: „einen Weg gehen…“ 

Die Zahl Drei – Symbol der Göttlichkeit – durchdringt das Werk von der Großform der Gliederung bis ins Detail, etwa der Taktart, dem Dreivierteltakt der Aria. Jede dritte Variation des Zyklus’ ist ein Kanon – jene kunstvolle Form, dessen in sich kreisende, unaufhörliche Struktur für Bach und seine Zeitgenossen das klingende Abbild des Kosmos mit den kreisenden Sternen war, aber eben auch Abbild der unaufhörlich erklingenden himmlischen Liturgie des Sanctus. 

Bachs Meditation darüber, was bleibt und was sich verändert stehen in diesem Programm Auszüge aus einem der bedeutendsten Klavierzyklen des 20. Jahrhunderts gegenüber: George Crumbs „Makrokosmos“. Jedem Satz gibt Crumb zwei Titel: den eines Sternbilds und einen, der Assoziationen an eine bestimmte Szenerie weckt. Mit ganz anderen Mitteln – aber nicht weniger obsessiv – macht sich auch Crumb auf den Weg der Fragen, die auch Bach zweihundert Jahre zuvor umtrieben, und lässt – wie dieser – in seiner musikalischen Erzählung die Grenzen zwischen Innen und Außen verschwimmen. 

Veränderungen

Scroll Up